Wenn ich an New York denke, denke ich auch sofort an Tiffany & Co.
An diesen tollen Schmuck, an die kleinen hell blau/türkisen Schächtelchen...
Jetzt kommt Tiffany’s nach Düsseldorf!

Ich sollte mich freuen. MEINE Stadt bekommt einen eigenen Tiffany’s. Ich weiß, dass man Tiffany’s überall auf der Welt findet, aber jetzt haben wir auch einen am Anfang unserer wundervollen Kö, direkt neben Louis Vuitton.
Aber ich freue mich nicht. Eigentlich erinnert es mich eher an meinen „Stoppt die Globalisierung“ Aufruf, den ich auf Myspace.com gestartet habe.
Ich fasse zusammen:
Man reist nach... egal wohin. Und man möchte dort ein bisschen shoppen gehen. Auf welche Läden stoßen wir? Kurz gesagt auf alle Läden und Kleidungsstücke, die man genau so auch in Paris, New York oder Köln finden würde. Und ich spreche jetzt nicht von H&M. Wobei... warum eigentlich nicht?! Es ist egal, ob wir Chanel, Zara, Bodyshop, McDonalds oder Coca Cola als Beispiel nehmen. Manchmal findet man hier und da kleine, niedliche, einzigartige Boutiquen, Cafés, Restaurants oder Hotels, aber im Prinzip sind die meisten Butzen überall vertreten.
Das gleiche passiert mit Hershey’s, der amerikanischen Schokoladenmarke. Warum wird sie bei Karstadt verkauft? Ich kaufe Hershey’s nur, wenn ich in Amerika bin und bringe es mir als Souvenir mit, damit ich mich hier daran erfreuen kann.
Andersrum: Warum wird Milka in den Staaten verkauft? Bis vor kurzem habe ich „German Chocolate“ immer als Geschenk für meine Freunde und meine Gastfamilie mitgebracht. Das ist jetzt überflüssig, da sie es ja auch selbst haben.
Es ist doch eigentlich schade, dass man überall das gleiche kaufen kann und wirklich nichts mehr einzigartig ist.
Vielleicht sollte man sich manchmal lieber auf die lokalen oder wenigstens regionalen Spezialitäten besinnen. Wir haben Heinemann Schokolade, diverse Altbiersorten, Killepitsch,„Null-Zwo-Elf“, Woyton, usw. Einiges, auf das man stolz sein kann.
Warum nicht etwas Besonderes daraus machen und es nicht überall in die Welt tragen? „Ich fahre dahin, weil da etwas ist, was es nicht überall gibt...“ Bisher ist das mit den oben genannten Beispielen auch passiert, aber wer „wirtschaftlich“ denkt, will natürlich höheren Absatz, höheren Umsatz, höhere Bekanntheit, mehr mehr mehr.
Also, Tiffany’s. Willkommen im wunderschönen Düsseldorf. Natürlich werde ich mir den über 290 qm großen Store ansehen, aber in meinem Kopf wird eine leise Stimme sagen „Dear Tiffany, please return to where you belong to: New York.“ Aber nimm’ es bitte nicht persönlich.
Irgendwie stimmt mich das alles traurig. Ich geh jetzt zu Starbucks und hol mir meinen „make me happy“ Mocca...
Felicitas Hackmann
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